Unser "Sítio Verde"

(Region - Zufahrt - Garten)

2008 haben wir uns auf das Abenteuer eingelassen, mitten im Wald Wurzeln zu schlagen. Unsere neue Heimat: 3,5 Hektar Wald, Sumpf und eine kleine Lichtung, auf die wir unser Häuschen gebaut und auf der wir eine Obstwiese angelegt haben, damals noch ohne Strom und Leitungswasser und weit und breit kein Nachbar. Wo? In der Küstenregion des südbrasilianischen Bundesstaates Paraná.

"Sítio Verde"

3,5 Hektar ist unser "Sítio Verde" (Grüner Hof) klein und 35 Quadratmeter unser Öko-Häuslein mittlerweile gross, das wir nach und nach selber bauen.

Seit Juli 2013 sind wir an die Zivilisation angeschlossen, haben Strom im Haus, seit zwei Jahren ein Schnecken-Internet mit 56 kbs und seit Januar 2016 einen Wasseranschluß.

Den Großteil der 3,5 Hektar haben wir als "Reserva Legal" und als Biotop (APP) ausgewiesen, d.h. die Flächen unterliegen dem Naturschutz. Unser Ziel ist es, möglichst viel der Natur zu überlassen und möglichst wenig einzugreifen, der Versuch, im Einklang mit der Natur zu leben.

Wir haben eine Pflanzenkläranlage angelegt und beim Bau des Hauses teilweise Bambus verwendet. Bambus haben wir auch angepflanzt, unter anderem den in Südbrasilien heimischen Guadua chacoensis.

Eine der Hauptstraßen Antoninas

Antonina

Unser Paradies liegt im Munizip von Antonina, einer kleinen Hafenstadt, die einst eine Ansiedlung von Goldsuchern war und sich ihren Kolonialcharme erhalten hat. Das Städtchen liegt am Ende einer großen Meereseinbuchtung, dem größten Fjord Südbrasiliens. Der Munizip ist mit 876 Quadratkilometer größer als der Landkreis Freising (799km²), in dem 170.000 Menschen leben, während ganz Antonina etwa 18.800 Einwohner zählt, von denen die meisten in der gleichnamigen Stadt leben.




Bewohner von Sítio Verde

Unsere Begleiter sind 13 Katzen, zwei Hunde, dutzende Gürteltiere, Riesenechsen, Wildkatzen, Chamäleons, Tukane, Papageien, Schlangen.... und manchmal hören wir auch die Suçuarana, den Puma. Wir, das sind Alessandro und ich.




Unser Lebensraum - Der Atlantische Regenwald

Die Mata Atlântica, der Atlantische Regenwald, hat einst nahezu die gesamte Küstenlinie Brasiliens bedeckt. Heute sind nur noch 8 % von ihm übrig. Werden alle isolierten Winzflächen hinzu gezählt, sind es 12 %. Theoretisch steht er unter Schutz. Praktisch wird er weiter zerstört, auch durch Siedlungen. Wir sehen es deshalb als unsere Verpflichtung an, heimische Bäume zu pflanzen und ihn zu schützen.

Bergbach im Atlantischen Regenwald
Dort wo unser Sítio liegt stand ebenso einst der Urwald, bis er abgeholzt wurde, um aus dem Holz Kohle zur Eisenverhüttung herzustellen. Seit 25 Jahren ist der Bereich jedoch wieder sich selbst überlasse
n und so konnte sich ein Sekundärwald bilden, der bereits mit hohen Bäumen und dichtem Unterwuchs aufwartet. Er schließt im Südwesten an den noch vorhandenen Urwald an, der gemeinsam mit der Südregion des Bundesstaates São Paulo den noch größten zusammenhängenden Bereich des Atlantischen Regenwaldes bildet.

Mehr über den Atlantischen Regenwald erfahrt ihr in meinen Reportagen beim Brasilienportal: http://www.brasilienportal.ch/wissen/brasilien-report/der-atlantische-regenwald-im-zeichen-des-klimawandels/


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